Zaeune

Die Stadt ohne Zaeune

Vor vielen Jahren, noch in meiner frühen Kindheit, wohne ich in Bockenem, in der Nähe von Bornum, bei Hildesheim.

Für diejenigen, die nicht weiter nicht wissen, wo diese Stadt liegt: man findet sie in Niedersachsen. Ich ging dort zum Kindergarten, war also zirka 4-5 Jahre alt. Ich kann mich nicht an sehr viele Dinge aus dieser Zeit erinnern, aber eine Sache ist mir schon aufgefallen. In dieser Stadt gab es so gut wie gar keine Zäune. Man ging die Strasse entlang und mit einem Schritt konnte man auf dem Rasen vom Nachbarn stehen, oder vor seiner Garageneinfahrt. Die Garagen Tore waren übrigens immer offen.

Offenbar gab es gar keine Diebe in der Umgebung, denn als die Nachbarn zur Arbeit gefahren sind, haben sie ihre Garagen Tore immer offen gelassen. Das fand ich doch einwenig seltsam, auch als ich nach zehn Jahren die Gegend wieder mal besucht habe. Die Leute hatten doch in ihren Garagen Werkzeuge und auch andere Sachen, die eigentlich sehr wertvoll waren, aber die Besitzer schienen sich darüber gar keine Gedanken zu machen. Sie fuhren einfach zur arbeit und lieβen ihre Garagentore offen. Ich konnte einfach rein gehen, mir alles anschauen und da jeder sowieso außer haus war, könnte ich mir ein paar Wergzeuge „borgen“.

Natürlich habe ich das aber nicht getan. Die Bewohner in dieser Gegend waren sich ziemlich sicher, dass sie weder Tore, noch Zäune brauchen. In Polen, oder in anderen Östlichen Ländern würde niemand auf so eine Idee kommen. Das wäre ziemlich beschauert und leichtsinnig.

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